Beten fürs Internet

Seit über 2 Monaten bin ich nun hier. Regelmäßig gehe ich ins Internet-Cafe in der Nähe meines kleinen Büros und regelmäßig habe ich meine Schwestern nach Internet bei uns im Haus oder nebenan in St. Mary gefragt. Ohne Erfolg. Vor gut eine Woche hatte Claudia über Umwege erfahren, dass in St. Mary - also im Haus nebenan -  welches auch ein College beherbergt, Internet ist. Letzte Samstag hatten wir uns das Ganze dann mal angesehen und es ist vom Feinsten. Schnelle Rechner, Flat Screens und eine sehr gute Internetverbindung… Ohne Worte…man wollte einfach nicht, dass Externe die Rechner nutzen und selbst Priester Donut hat – obwohl ich die Rechner da schon gesehen hatte – die Frage nach dem Internet immer noch verneint. 

Mit Matumaini habe ich aber nun die Abmachung getroffen, dass ich mich dort mit meinem Laptop einwählen und das Internet nutzen kann. Als Gegenleistung soll ich für ihn beten. Als ob er es gewusst hätte…Das Beten habe ich nun an Claudia delegiert, quasi als Provision für die Vermittlung von Ekke als Reisebegleitung. 

Heute Morgen wollte ich dann mal wieder kurz online gehen und bin mit meinem Laptop rüber marschiert…wohl ein bisschen zu schnell für den nassen Boden. Ich habe mich jedenfalls einmal komplett hingelegt und das Laptop von mir geschmissen. Das Laptop hat glücklicherweise den Wurf überstanden, nur die W-Lan Karte ist nun in 2 Teilen…Ich hingegen habe echt gut ausgesehen. Ich hatte nämlich ausgerechnet den Tag erwischt, an dem man mit irgendeinem Ätz-Reiniger die Fliessenfugen saubergemacht hat…mein grünes T-Shirt war rot und die anschließende Dusche war echt nötig, denn das Mittel fing schon an auf der Haut zu brennen. Und von den blauen Flecken habe ich mit Sicherheit noch eine Weile was. So fängt der Tag doch gut an. 

@ Claudia: schließe mich doch bitte zukünftig in die Gebete mit ein. Mein Laptop und auch ich müssen das nicht öfter haben.

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Am Mittag stand dann der Besuch bei Plan International und meinem neuen kleinen Patenkind auf dem Programm. Bereits vor gut 6 Jahren hatte ich eine Patenschaft für einen Jungen in Tanzania übernommen. Er ist allerdings Mitte des Jahres aus dem Projektgebiet weggezogen und die Patenschaft war somit auch beendet. Seit September habe ich nun ein neues Patenkind. Zainabu, die keine 5 km von mir wegwohnt. Anna und Maximilian, 2 Social Worker und der Fahrer haben mich abgeholt. Zuerst haben wir kurz das Plan-Büro in Buguruni besucht und dann ging es zur Familie. Zainabu lebt zusammen mit ihrer Mutter, ihrer 13-jährigen Schwester und dem 9-jährigen Bruder im Haus der Großeltern. Eine typische Wohnsituation, 1 Schlafzimmer mit einem Bett, dass sich die 4 teilen und ein kleines Wohnzimmer mit einem Sofagestell ohne Auflage. Küche und Toilette teilt man sich mit den restlichen Bewohnern, die zugleich auch alle zur Stelle waren, als ich ankam. Im Hausflur haben wir dann eine Weile zusammen gesessen, erzählt, Fragen gestellt und die Geschenke begutachtet: Buntstifte, ein Malbuch, aber auch Seife und jede Menge Kleidung, die ich die letzten Monate hier angesammelt hatte. @ Ekke: Vielen Dank noch einmal für die ganzen Mitbringsel. Mittlerweile habe ich bis auf die Babyklamotten alles untergebracht und selbst mein Fundi - der Schneider - hat nun braunen Faden für den Fall dass eine Mzungu mal wieder was zum Ändern vorbei bringt.